
Bläulingspfade
Biotopverbund für den Wiesenknopf-Ameisenbläuling
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"Bläulingspfade"
Die neue Gebietskulisse bietet die Chance, weitere Vorkommen des seltenen Tagfalters zu entdecken, frühere Nachweise zu bestätigen und wichtige Verbindungswege zwischen den Populationen zu identifizieren. Dabei profitieren wir von den umfangreichen Erfahrungen und Untersuchungsergebnissen der vergangenen Jahre. Im Projekt „Bläulingspfade“ geht es darum, Lücken im Verbreitungsnetz des Falters aufzuspüren und durch gezielte Maßnahmen zur Habitatverbesserung zu schließen. Eine besondere Bedeutung kommt dabei linearen Landschaftselementen wie Böschungen, Wegrändern, Bachläufen oder Gräben zu. Diese oft unscheinbaren Strukturen dienen vielen Insektenarten als Wanderkorridore und verbinden einzelne Lebensräume miteinander. Für den Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling können sie wichtige Orientierungslinien und Trittsteine zwischen geeigneten Habitaten darstellen.
Foto: Chris van Swaay
Die Ameise und der Knopf
Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling stellt besondere Ansprüche an seinen Lebensraum. Wie sein ungewöhnlicher Name bereits verrät, ist sein Vorkommen sowohl an den Großen Wiesenknopf als auch an eine bestimmte Ameisenart gebunden: die Rote Knotenameise. Während der Große Wiesenknopf mit seinen auffälligen roten Blütenständen auf den Wiesen leicht zu entdecken ist, bleibt die Ameise meist verborgen. Doch genau diese unscheinbaren Bewohner der Wiesen spielen eine entscheidende Rolle für das Überleben des Falters. Deshalb schauen wir ganz genau hin.
Bereits im vergangenen Projekt konnten wir etliche Habiatflächen auf die dort vorkommenden Ameisen untersuchen lassen. Das gewonnene Wissen wollen wir auf die neue Gebietskulisse übertragen und hier weiter vertiefen.
Bläulingsbotschafter werden
Für einen dauerhaft funktionierenden Biotopverbund sind nicht nur große Schutzflächen wichtig. Auch kleinere Lebensräume, beispielsweise naturnah gestaltete Privatgärten, können wertvolle Trittsteine im Lebensraumnetz bilden. Deshalb ist der Wissenstransfer ein zentraler Bestandteil des Projekts. Wir möchten interessierte Bürgerinnen und Bürger, Schmetterlingsbegeisterte und alle, die es noch werden möchten, für die Bedeutung dieser besonderen Art und ihrer Lebensräume begeistern und aktiv einbinden.
Wir suchen Wiesen
Du hast eine Wiese, einen Garten oder eine brachliegende Fläche und möchtest etwas für die Natur tun, weißt aber nicht genau, wie? Wir wollen dich dabei unterstützen, deine Grünfläche naturschutzfachlich aufzuwerten – und ganz nebenbei einer besonderen Schmetterlingsart helfen.
Im Mittelpunkt des Vorhabens steht der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling – ein eher unscheinbarer Schmetterling, der im Saaletal noch heimisch ist, dort aber immer seltener wird. Die Ursachen für seinen Rückgang sind vielfältig, allen voran steht jedoch der Verlust von geeignetem Lebensraum.
Dem wollen wir aktiv entgegenwirken – und das am liebsten mit dir zusammen.
Der Lebenszyklus des Bläulings ist unzertrennlich mit dem Großen Wiesenknopf als Futterpflanze und der Roten Knotenameise als „Pflegefamilie“ verknüpft. Unser Anliegen ist es daher, mit gezielten Ansaaten die Pflanze in die Fläche zu bringen, um sogenannte Trittsteinhabitate entstehen zu lassen. Das bedeutet, dass der Schmetterling hier Nahrung und einen Platz zum Rasten findet, ohne sich dort zwingend fortzupflanzen. Von dieser Position aus, können aber die größeren Wiesen zur Fortpflanzung besser erreicht werden.
Und jetzt kommst du ins Spiel: Wir suchen interessierte Wiesenbesitzer, mit denen wir unsere Ideen gemeinsam umsetzen können. Dabei sind Wiesen jeder Art und Größe willkommen – egal ob Garten, Obstwiese, Randstreifen, Brache oder Weide, genutzt oder ungenutzt, privat oder öffentlich. Von Vorteil wäre ein räumlicher Bezug zu unserem Projektgebiet entlang der Saale. Aber das und alles andere lässt sich auch in einem persönlichen Gespräch klären.
Bist du dabei? Wir freuen uns von dir zu hören!
Kontakt
Tel.: 036742 703 014
E-Mail: obere-saale@natura2000-thueringen.de
Die NATURA 2000-Station "Obere Saale"
Wir kümmern uns nicht nur um feuchte Mähwiesen und den Dunklen Wiesenknopfameisenbläuling sondern auch um vielfältige Natur- und Kulturlandschaften in Saalfeld-Rudolstadt und dem Saale-Orla-Kreis. Die Landschaften um die wir uns kümmern reichen von den Kammlagen des Thüringer Waldes, über das Plothener Teichgebiet bis zu den Auen der Saale und Schwarza . Hier finden sich Streuobstwiesen und Kalkmagerrasen, Schieferhalden und Felsen aber auch für Fledermäuse zugängliche Dachböden und offene Keller sowie Kirchen.
Mehr über die Natura 2000-Station „Obere Saale“…
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