
Teiche. Tümpel. Artenvielfalt.
Umsetzung der FFH-Managementplanung im FFH-Gebiet 145 „Neustädter Teichgebiet“
Das Neustädter Teichgebiet besitzt herausragende ökologische Bedeutung und trotzdem steht es oft im Schatten des weithin bekannten Plothener Teichgebiets, welches durch seine Größe, historische Prägung und internationale Bedeutung für den Vogelzug eine hohe öffentliche und fachliche Aufmerksamkeit genießt. Das Neustädter Teichgebiet hingegen wird in der Wahrnehmung häufig unterschätzt, obwohl es zahlreiche wertvolle Lebensraumtypen nach FFH-Richtlinie und seltene Arten beherbergt.
Um den naturschutzfachlichen Wert dieses Gebiets zu sichern und weiter zu stärken, steht allein das Neustädter Teichgebiet im Fokus des Projekts. Es sollen Schutz- und Entwicklungsmaßnahmen vorangebracht, die Managementplanung umgesetzt und seine Bedeutung im regionalen und überregionalen Naturschutz sichtbar gemacht werden.
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Projektgebiet
Das FFH-Gebiet 145 „Neustädter Teichgebiet“ befindet sich im Südosten Thüringens und umfasst rund 467 Hektar. Im Rahmen des Projekts sollen ausgewählte Bereiche des FFH-Gebiets vertieft untersucht werden, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf einem rund 20 Hektar großen Projektgebiet liegt. Durch die unmittelbare Nähe zum Naturschutzgebiet „Weißacker“, ergibt sich ein eng verzahnter Lebensraumkomplex mit einer Kombination aus stehenden Gewässern, Verlandungszonen, Feuchtwiesen, Röhrichten und umgebenden Wälder.
Schutzgüter
Das Gebiet beherbergt gefährdete und streng geschützte Arten, v.a. Amphibien wie
- Nördlichen Kammmolch (FFH-Anh. II, IV, RL TH 3)
- Knoblauchkröte (FFH-Anh. IV, RL TH 2)
- Moorfrosch (FFH-Anh. IV, RL TH 2)
- Europäischen Laubfrosch (FFH-Anh. IV, RL TH 2)
Deneben kommen auch wertgebende Lebensraumtypen (LRT) gemäß Anhang I der FFH-Richtlinie vor:
- 3130 – Nährstoffarme bis mäßig nährstoffreiche Stillgewässer mit Armleuchteralgen
- 6510 – Artenreiche Flachlandmähwiesen
ziele & maßnahmen
Übergeordnetes Ziel ist, die Erhaltungszustände der vorkommenden Arten und Lebensraumtypen der FFH-Richtlinie entsprechend des Managementplanes zu verbessern. Insgesamt sollen die charakteristischen Wasser- und Landlebensräume sowie die Artenvielfalt des Teichgebiets gefördert werden.
Dazu sind Gewässerrenaturierungen, die Reaktivierung ehemaliger Teiche, Uferaufwertungen und die Optimierung angrenzender Strukturen und Lebensräume geplant. Zu letzterem gehören auch die Flachlandmähwiesen, deren Pflege im Verlauf des Projektes geprüft und angepasst werden soll.
Ansprechpartner
Steffen Lehmann (lehmann@nfga.de) & Anne Reise (reise@nfga.de)
Laufzeit: 01.07.2026 – 31.03.2029
Die NATURA 2000-Station "Obere Saale"
Wir kümmern uns nicht nur um die Entwicklung von Auen sondern auch um vielfältige Natur- und Kulturlandschaften in Saalfeld-Rudolstadt und dem Saale-Orla-Kreis. Die Landschaften um die wir uns kümmern reichen von den Kammlagen des Thüringer Waldes, über das Plothener Teichgebiet bis zu den Auen der Saale und Schwarza . Hier finden sich Streuobstwiesen und Kalkmagerrasen, Schieferhalden und Felsen aber auch für Fledermäuse zugängliche Dachböden und offene Keller sowie Kirchen.
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