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Aktuelles

Das Projekt „Optimierung von Flachland – und Bergmähwiesen für Wiesenbrüter, Tagfalter & Co. im Ilm-Kreis und im Landkreis Gotha“ ist ein, im Rahmen des Förderprogramms „Entwicklung von Natur und Landschaft“, gefördertes Projekt. 

Im Zeitraum von Mai 2022 bis August 2024 möchten wir folgende Maßnahmen umsetzen:

  • Beratung von Landwirten
  • Artenhilfsmaßnahmen
  • Verbesserung der Habitatstrukturen
  • Wiederherstellung von Flachland- und Bergmähwiesen
  • Nachsaat und Mahdgutübertragung auf artenarmen Wiesen
  • Pflegemahd auf Feucht- und Nasswiesen
  • Bestandserhebung der Zielarten
  • Exkursionen für die interessierte Öffentlichkeit
  • Bestandserfassungen mit Ehrenamtlichen

Zielarten des Projektes

Foto: Stefan Böttner
Foto: Stefan Böttner

Der Wachtelkönig (Crex crex) ist mit ca. 25 cm Körperlänge der recht kleine und heimliche König der Wiese. Am Tage ist er auf der Wiese oft nicht zu entdecken und macht erst in der Nacht  durch seinen markanten und andauernden Ruf „crex crex“ (vor allem Wachtelköniginnen) auf sich aufmerksam. Besonders gerne ruft und brütet der Wachtelkönig auf feuchten Mähwiesen. 

In Thüringen ist der Wachtelkönig stark gefährdet, auf ganz Deutschland gesehen, zählt er sogar als vom Aussterben bedroht. Die Hauptgefährdungsursachen sind Nutzungsintensivierung, Nährstoffanreicherung und Trockenlegung seines Lebensraums. Besonders die Gelege des Wachtelkönigs sind durch eine zu häufige und zu frühe Mahd gefährdet. 

Der seltene Brutvogel hat in Thüringen seinen Verbreitungsschwerpunkt im Ilm-Kreis, also unserem Projektgebiet. Ein guter Grund unseren Projektkurztitel und unser Logo diesem geheimnisvollen Wiesenbrüter zu widmen.

Der Dunkle-Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Maculinea nausithous) ist ein ganz besonderer Wiesenbewohner. In den Monaten Juli und August kann man ihn auf Wiesen mit Beständen des Großen Wiesenknopfs (Sanguisorba officinalis) finden. In die Blüte dieser Pflanze legt der Tagfalter seine Eier ab. Die Raupen fressen zunächst an der Blüte des Großen Wiesenknopf, bis sie sich schließlich zu Boden fallen lassen. Dort sondern sie ein süßes Sekret ab, dass die Rote Gartenameise (Myrmica rubra) dazu veranlasst die Raupen mit in ihr Nest zu nehmen. Hier überwintert die Raupe gut genährt durch die Ameisenbrut und versorgt dafür die Ameisen mit  ihrem süßem Sekret.  Nach der Verpuppung muss der Tagfalter so schnell wie möglich das Ameisennest verlassen, da er nun von den Ameisen als Feind angesehen wird. 

Da der Dunkle-Wiesenknopf-Ameisenbläuling in seiner Entwicklung auf das Vorkommen seiner Wirtspflanze und seiner Wirtsameise angewiesen ist, ist er überall gefährdet wo eine oder beide Arten nicht mehr vorhanden sind. Weiterhin ist der seltene Tagfalter durch eine Nutzungsintensivierung der Mähwiesen gefährdet.

braunkehlchen_2

Das Braunkehlchen (Saxicola rubetra) lässt sich auf extensiv genutzten Wiesen und Brachflächen gut auf seiner Sitzwarte beobachten. 

Durch die Intensivierung der Landwirtschaft und der damit oft einhergehenden Beseitigung von Strukturelementen und dem Verlust der Brutplätze nehmen die Bestände des Braunkehlchens seit Jahren ab. Mittlerweile ist der hübsche Wiesenvogel in Thüringen als vom Aussterben bedroht eingestuft. 

Um hierauf Deutschlandweit aufmerksam zu machen, wurde das Braunkelchen 2023 zum Vogel des Jahres gewählt.

In Thüringen liegt der Verbreitungsschwerpunkt des Braunkehlchens auf dem Standortübungsplatz Ohrdruf im Landkreis Gotha, also unserem Projektgebiet.

wiesenpieper

Der Wiesenpieper (Anthus pratensis) bevorzugt struktureiche Feuchtwiesen als Lebensraum.  Auch er ist durch eine Intensivierung der Landwirtschaft und das Verschwinden von Strukturelementen gefährdet. Besonders die Gelege des Wiesenpiepers werden oft durch eine zu häufige und zu frühe Mahd zerstört.

In Thüringen zählt der Wiesenpieper mittlerweile zu den stark gefährdeten Wiesenvögeln.

Die Flachland- und Bergmähwiesen

Die Flachland- und Bergmähwiesen sind einerseits durch Nutzungsaufgabe und andererseits durch eine zu intensive Nutzung (zu häufige Mahd) gefährdet. Erhöhte Nährstoffeinträge sind ebenfalls ein Problem für die Artenzusammensetzung auf den Mähwiesen.
Der Lebensraumtyp „Flachland- und Bergmähwiesen“ ist nach der FFH-Richtlinie von gemeinschaftlichem europäischen Interesse.
Innerhalb unseres Projektes möchten wir Erstpflegemaßnahmen zur Wiederherstellung des Lebensraumtyps durchführen, eine angepasste Nutzung etablieren sowie Lanwirte beraten.

das Projektgebiet

Das Projektgebiet erstreckt sich über den Landkreis Gotha und den Ilm-Kreis. Besonders die Fauna-Flora-Habitat-Gebiete und Vogelschutzgebiete (SPA-Gebiete) liegen im Fokus. Hiervon haben wir wiederum die Gebiete ausgesucht, in denen ein vorrangiger Handlungsbedarf besteht.

Projekterfolge 2023

Wir konnten in 2023:

  • 8 Wachtelkönige (Crex crex) nachweisen und mit Hilfe der Flächenbewirtschafter die Brut und Jungenaufzucht sichern,
  • auf 25 Flächen durch die freiwillige Nutzungsanpassung die Entwicklung des Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläulings (Maculinea nausithous) fördern,
  • durch Pflegemahd auf 2 ha Lebensräume des Dunklen-Wiesenknopf-Ameisenbläulings sowie Flachland- und Bergmähwiesen erhalten,
  • durch Gehölzentnahmen von 0,5 ha auf feuchten Wiesen und an Gewässerrändern diese als Brutplatz für verschiedene Wiesenbrüter und Lebensraum für Tagfalter sichern

Mitmachen

Für die Erfassung der Wiesenbrüter, insbesondere des Wachtelkönigs, suchen wir immer fleißige Kartierer, die uns dabei unterstützen die rufenden Männchen auf den Wiesen zu finden, damit wir gezielt das Gespräch mit den Landnutzern suchen und die Gelege effektiv schützen können .

Die Unterstützung bei der Erfassung der anderen Zielarten ist natürlich auch immer willkommen.

Bei Interesse und Fragen wenden Sie sich an die Projektmitarbeiterinnen Konstanze Scheffler unter scheffler@nfga.de oder 036256-153902 und Sophie Büchner unter buechner@nfga.de oder 036256153894

Konstanze Scheffler

036256-153902

Schwerpunkt: Projektkoordination

Katja Börner

036256-153965

Schwerpunkt: Wachtelkönig und Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling

Hartmut Schmidt

0172/7768026

Schwerpunkt: Flachland- und Bergmähwiesen

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