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Aktuelles

Wie viele Tiere leben wohl in einem Kuhfladen? Welche Rolle spielt Dung im Ökosystem und was hat der Dachs damit zu tun? Diesen und weiteren Fragen stellten wir uns bei der Museumsnacht 2023 in Altenburg. Unter dem Motto „Faszination Kuhdung“ waren wir als Team der Natura 2000-Station „Obere Saale“ vor Ort. Mit unserem kleinen, interaktiven Stand klärten wir interessierte BesucherInnen über die Bedeutung von Kuhfladen in der Landschaft auf.
 
Die zunächst unscheinbaren Hinterlassenschaften der Kühe sind wahre Hotspots der Biodiversität! Eine Kuh frisst täglich etwa 70 kg Gras, Blätter und Zweige wovon knapp 20 kg wieder auf der Wiese landen. So kommt pro Jahr eine beträchtliche Menge zusammen, welche die Grundlage für viele weitere Tiere bildet. Zahlreiche Fliegenarten nutzen die Fladen als „Puppenstuben“ und auch Mistkäfer brauchen den Dung für ihre Larven. Räuberische Insekten fressen wiederrum die Fliegenlarven und was sonst im und am Kuhfladen kreucht und fleucht. Pro Jahr können sich 100 bis 150 kg Biomasse an Insekten aus den Dunghaufen einer Kuh entwickeln! Zeitweise leben bis zu 100 verschiedene Arten und 4000 Individuen in einem Kuhfladen. Diese Insekten sind Nahrungsgrundlage für verschiedene Wirbeltiere (Dachs, Igel, Heidelerche, Fledermäuse, Erdkröte …). Fehlen die Rinder auf der Weide, so gibt es dort folglich keine ihrer „wertvollen“ Haufen mehr. Auch die Anwendung von Entwurmungsmitteln machen die Fladen für die Insekten unbrauchbar und sogar giftig. Es entsteht ein Loch im Nahrungsnetz, welches nicht anderweitig geschlossen werden kann.

Projekte wie die „Waldweide Uhlstädter Heide“ bringen große Weidetiere wieder zurück in die Landschaft. Die Taurus Rinder strukturieren durch die ganzjährige Beweidung den Wald neu und leisten mit ihren Hinterlassenschaften darüber hinaus einen wichtigen Beitrag für die Biodiversität.
 
An dieser Stelle nochmal ein Danke an den „Bundesfachausschuss Weidelandschaften und Neue Wildnis“! Von ihnen kam die Idee und Inspiration für unseren Stand.

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