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Fledermäuse und Vögel

in der "Waldweide Uhlstädter Heide"

In den letzten beiden Jahrzehnten haben sich extensive Beweidungssysteme als erfolgreiche Naturschutzmaßnahme bewiesen. Die Taurusrinder der „Uhlstädter Heide“ halten das Naturschutzgebiet offen. Sie schaffen so Lebensräume für die hier ursprünglich beheimateteten und teils streng geschützten Arten. Heidelerchen, Mopsfledermäuse und Sperlingskäuze finden im SPA-Gebiet „Vordere und Hintere Heide südlich Uhlstädt“ ein Zuhause. Ein Habitatbaumnetzwerk und Nistkästen schaffen zusätzlich Lebensräume.

Im Zuge der Projektentwicklung wurden Zielarten definiert. Zu diesen zählen unter anderem:

  • Sperlingskauz
  • Heidelerche
  • Neuntöter
  • Mopsfledermaus
  • Bechsteinfledermaus
  • Großer Abendsegler

Beweidung im Wald schafft neue Lebensräume!

Sperlingskauz

Aussehen

  • 15-20 cm groß
  • ca. 58 g schwer (ein großes Hühnerei wiegt 60 g)

Er ist die kleinste Eulenart Europas und überragt kaum einen Spatz oder Sperling.

Verbreitung

Der Sperlingskauz lebt vor allem im skandinavischen Bereich. In Deutschland brütet er in den höheren Lagen der nadelwaldreichen Mittelgebirge. Die ersten Sperlingskäuze im Vogelschutzgebiet „Hintere und Vordere Heide südlich Uhlstädt“ wurden in den 1970er Jahren durch Jochen Wiesner nachgewiesen.

Sperlingskauz in Baumhöhle © Daniel Storch

Lebensraum

Der Sperlingskauz lebt in großflächigen Nadelwäldern mit mehreren Baumschichten, offenen Landschaftsteilen und kleinen Verstecken. Das Waldesinnere ist sein Tagesversteck, wo die Bäume gerne dicht und mit viel Deckung stehen dürfen. Zum Brüten und Ruhen nutzt der Sperlingskauz Höhlen, die der Buntspecht gezimmert hat. Diese Höhlen haben einen Eingangsdurchmesser von nur 5 cm. Der Raufußkauz oder der Uhu passen hier nicht rein!

Der Sperlingskauz jagt auf Lichtungen oder lichten Waldbereichen. Er erspäht seine Beute von Ansitzwarten aus. Das können lebende oder auch tote Bäume mit gutem Blick in Richtung Waldboden sein, denn hier leben viele Mäuse. Kleinvögel fängt er sogar in der Luft. Der kleine Kauz erlegt auch Vögel, die größer sind als er! Der Sperlingskauz versteckt Nahrungsvorräte in Baumhöhlen, Astgabeln, Wurzelstöcken oder Spalten.

Sperlingskauz mit Beute © Daniel Storch

Gefährdung & Schutz

Mangel an Höhlenbäumen: Die Bäume im Wirtschaftswald werden oft geerntet, bevor Spechte ihre Höhlen darin bauen. Wir haben in der Heide Nistkästen angebracht, damit Meisen, Baumläufer und Kleiber darin brüten können. Sie sind die Nahrung für den Sperlingskauz. Wir setzen uns für den Erhalt von Höhlenbäumen ein und erschaffen ein Netzwerk von Habitatbäumen. Neben dem Fördern von natürlichen Höhlenbäumen ließen wir extra für den Sperlingskauz Baumhöhlen von Menschen schneiden, denn der kleine Kauz geht nicht gerne in Nistkästen.

Ansitzwarten für die Jagd: Das Belassen von einzelnen lebenden Bäumen (Überhälter) und toten Bäumen (Dürrständer) auf sonst kahlen Flächen bietet dem Sperlingskauz Ansitzwarten für die Jagd auf Mäuse.

Der Sperlingskauz ist auf dem Anhang I der EU-Vogelschutzrichtlinie gelistet. Für diese Arten müssen besondere Schutzmaßnahmen ergriffen werden. Außerdem müssen flächenmäßig geeignete Schutzgebiete ausgewiesen werden. In Deutschland gilt der Kauz als ungefährdet.

Heidelerche

Aussehen

  • 13,5-13 cm lang
  • 23 bis 25 g schwer (eine Scheibe Käse wiegt 25 g)

➤ Im Vergleich zu anderen Lerchen ist die Heidelerche recht klein. Auf dem Kopf trägt sie eine kleine rundliche Federhaube, die angelegt kaum erkennbar ist. Ihr Gesang ist wie ein weiches „didlüi“.

Verbreitung

Die Heidelerche kommt in Zentraleuropa vom unteren Drittel Finnlands bis an die Mittelmeerküste vor. In Deutschland lebt sie vor allem im Nordostdeutschen Tiefland. Größte Vorkommen finden sich auf (ehemaligen) Truppenübungsplätzen. In Thüringen ist der Bestand stark rückläufig.

Lebensraum

Die Bruthabitate der Heidelerche sind halboffene Landschaften, bevorzugt auf warmen, trockenen Sandböden. Das sind beispielsweise aufgelichtete Kiefernbestände mit niedriger Kraut und Strauchschicht. Anders als andere Lerchenarten dringt sie am weitesten in die Waldzone vor.  Somit sind auch Hutewälder und Kahlschläge Teil ihres Lebensraumes. Die Heidelerche brütet am Boden, zwischen der Vegetation versteckt, mit ein bis zwei Bruten pro Jahr. Ihre Nahrung bilden Insekten aller Art, aber auch Pflanzenteile, wie Beeren und Samen.

Heidelerche © Daniel Storch

Gefährdung & Schutz

Die Heidelerche ist im Anhang I der EU-Vogelschutzrichtlinie gelistet, wodurch sie zu den Arten zählt, für die besondere Schutzgebiete ausgewiesen werden müssen. In Deutschland und Thüringen steht sie auf der Vorwarnliste der Roten Liste. Ohne unseren Schutz wird auch sie zu den gefährdeten Arten zählen.

Besonders der Rückgang geeigneter Bruthabitate und Lebensräume bereitet der Art Probleme. In der „Uhlstädter Heide“ schaffen wir durch die Beweidung geeignete Bodenvegetation. Das Belassen von einzelnen Bäumen, Baumgruppen oder Stubben auf Kahlschlagsflächen und Lichtungen, schafft Singwarten für die Balz. Lockere Kiefernbestände, wie sie hauptsächlich bei uns vorkommen, werden erhalten und durch geschickte forstliche Eingriffe stabilisiert.

Neuntöter

Aussehen

  • 14-18 cm groß
  • ca. 30 bis 35 g schwer (eine Rote Beete wiegt 35 g)

➤ Beim Neuntöter sehen Männchen und Weiblich unterschiedlich aus (=Geschlechtsdimorphismus). Die Männchen haben eine beige Bauchfärbung mit rostbraunen Flügeln, schwarzer Augenbinde und grauem Kopf. Die Weibchen sind unauffälliger gefärbt. Diese sind vollständig rostbraun mit gesperberter Brust.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Neuntöters reicht von Nord-Spanien über West-Europa bis nach Kasachstan. Im Winter zieht er als Langstreckenzieher bis nach Afrika.

Lebensraum

Der Neuntöter bevorzugt strukturreiche Landschaften mit offenen Bereichen, Waldrändern und Hecken, sowie dornige Sträucher.

Neuntöter machen Jagd auf Insekten, Kleinsäuger und Reptilien in offenen Landschaftsbereichen. Seinen Namen verdankt der räuberische Kleinvogel seiner Eigenart, Beutetiere zur Lagerung an Dornen oder spitzen Seitenästen aufzuspießen. Früher hat man angenommen, er tötet und sammelt erst 9 Beutetiere, bevor er sie verspeist. Der Neuntöter brütet bei uns von Mai bis Ende Juni in Heckenstreifen und Waldrändern. Bereits im August zieht wieder er nach Afrika.

Gefährdung & Schutz

Der Neuntöter wird in Deutschland als ungefährdet eingestuft. Diese Art ist durch den Anhang I der Vogelschutzrichtlinie geschützt und zählt somit zu den Arten, für die besondere Schutzmaßnahmen ergriffen werden müssen. Als Zugvogel profitiert er ebenfalls von dem Vogelschutznetzwerk.

Neuntöter (Männchen) © Jens Steinhäußer/ NABU
Neuntöter (Weibchen) © Jens Steinhäußer/ NABU

Mopsfledermaus

Aussehen

  • 4,8-5,3 cm lang
  • 6 bis 14,2 g schwer (eine CD wiegt 15 g) (mittelgroße Fledermaus)

➤ Ihren Namen verdankt die Mopsfledermaus ihrer gedrungenen Schnauze, die an die gleichnamige Hunderasse erinnert. Ihre schmalen, langen Flügel eignen sich gut für den Flug in offenen Landschaftsteilen, wie Wiesen oder Waldlichtungen.

Verbreitung

Die Mopsfledermaus kommt in ganz Europa von Schweden bis Marokko vor. In Thüringen wurde die Art erstmals 1827 beschrieben. Die Hauptsommerquartiere befinden sich v. a. in den Tälern der Flüsse Schwarza, Sormitz und Saale.

Lebensraum

Sommerquartier

Im Wald leben die Tiere in Rissen und in der abstehenden Borke alter Bäume. In Siedlungen nutzt die Mopsfledermaus Fensterläden, Rolladenkästen oder Hohlräume an Fassaden. In solchen Spaltenquartieren ziehen die Mopsfledermäuse in Gruppen von durchschnittlich 20 Tieren ihre Jungen groß. Jedes Weibchen bekommt pro Jahr ein Junges. Die Quartiere werden regelmäßig gewechselt, damit keine Parasiten die Eltern und Jungtiere befallen. Deshalb nennt man die Kinderstuben von Fledermäusen auch „Wochenstuben“.

Winterquartier

Höhlen, Stollen, Bunker und Keller bieten Fledermäusen im Winter gute Bedingungen. Es ist kalt genug, damit der Stoffwechsel sich herunterfährt, aber warm genug, dass die Tiere nicht erfrieren. Hier überwintern die Mopsfledermäuse teils mit über 100 Individuen. Sie teilen sich große Winterquartiere mit anderen Fledermausarten, wie beispielsweise der bekannten Kleinen Hufeisennase.

Mopsfledermaus © Rolf Then

Gefährdung & Schutz

Die Mopsfledermaus ist auf dem Anhang II der Fauna-Flora-Habitat-Richtline (kurz FFH-RL) gelistet. Aus diesem Grund müssen für die Art Schutzgebiete im Natura 2000-Netz eingerichtet werden. Mit ihrer Listung im Anhang IV gilt die Art zudem deutschlandweit als „streng geschützt“ (§ 44 BNatSchG). Dieser Schutz gilt über die Grenzen der FFH-Gebiete hinaus. Sowohl auf der Roten Liste Deutschlands als auch der Roten Liste Thüringens wird sie als „stark gefährdet“ eingestuft.

Die Spaltenquartiere aus abstehender Borke sind vergänglich. Daher brauchen Mopsfledermäuse viele solcher Quartiere. „Käferfichten“ werden in Teilen der Heide belassen (wenn kein forstliches Risiko mehr von ihnen ausgeht), um diese temporären Lebensräume zu erhalten. Wenn die Borke abgefallen ist, dient das stehende Totholz als Ansitzwarte für Eulen oder als Lebensraum für Käfer, Spechte und Käuze.

Tipp für Waldbesitzer: Wenn ihr euren eigenen Wald für euren Brennholzbedarf nutzt, könnt ihr Bäume, bei denen der Borkenkäfer bereits ausgeflogen ist (!), noch eine Weile stehen lassen. Unter der Borke können noch Fledermäuse leben, bis sie abfällt. Bitte informiert euch im Zweifel bei eurem Förster, ob von den Bäumen Gefahr für Waldbesucher oder den Forstschutz ausgeht.

Weitere Informationen zur Mopsfledermaus finden Sie auf der Internetseite des Verbundprojekts „Mopsfledermaus – Auf gute Nachbarschaft“

Bechsteinfledermaus

Aussehen

  • 4,4-5,5 cm lang
  • 7 bis 10 g schwer (eine 2-Euro-Münze wiegt 10 g) (mittelgroße Fledermaus)
  • Ohren sind auffällig lang und haben Querfalten

Die breiten Flügel eignen sich hervorragend für den Flug in geschlossenen, dichten Wäldern. Hier lebt sie am liebsten.

Verbreitung

Die Bechsteinfledermaus lebt hauptsächlich in den Mittelgebirgen Zentraleuropas. Heute bewohnt sie in Thüringen vor allem die alten Wälder des Hainichs, der Hohen Schrecke und des Kyffhäusers. Auch im Saale-Holzland-Kreis und nahe unserer Saale-Talsperren sind sie zu finden. Ihren Namen verdankt die Bechsteinfledermaus dem Thüringer Förster und Naturkundler Johann Bechstein, der diese Art sehr häufig in seinem Revier antraf.

Lebensraum

Sommerquartier

Die Bechsteinfledermaus ist eine richtige Waldfledermaus. Strukturreiche und naturnahe Laubmischwälder sind ihr bevorzugter Lebensraum, doch sie nimmt auch vorlieb mit nadelwaldreicheren Gebieten. Ihr Quartiere sind die Höhlen von Bunt- und Mittelspecht. Eine Kolonie bezieht einen „Quartierkomplex“ mit 35 bis 40 Baumhöhlen, um den Nachwuchs großzuziehen. Nicht alle Höhlen sind gleichzeitig besetzt. Wie bei anderen Fledermausarten werden die Quartiere wöchentlich gewechselt („Wochenstube“).

Winterquartier

Im Winter sind besonders Keller beliebte Ruheplätze. Höhlen und Stollen werden nicht so häufig genutzt, da Bechsteinfledermäuse lieber alleine oder in kleinen Gruppen überwintern. Vermutlich überwintern die Tiere sogar in Mauselöchern und Fuchsbauen.

Bild folgt

Gefährdung & Schutz

Die Bechsteinfledermaus ist im Anhang II der FFH-Richtlinie gelistet, deshalb müssen für ihren Schutz Schutzgebiete im europaweiten Natura 2000-Netz ausgewiesen werden . Mit der Listung auf dem Anhang IV gilt die Art zusätzlich europaweit als geschützt und deutschlandweit als „streng geschützt“ (§ 44 BNatSchG). Auf der Roten Liste Deutschlands und Thüringens wird sie als „stark gefährdet“ eingestuft.

Die Hauptgefährdungsursache für die Bechsteinfledermaus ist der Verlust von alten Wäldern. Erst in Bäume, die alt und dick sind, können Spechte ihre Höhlen zimmern. Wenn Bäume im „jungen“ Alter von 80 Jahren gefällt werden, verschwinden Altholzbestände zunehmend. In der Waldweide weisen wir ein Netzwerk von Höhlenbäumen aus. Die Förster nennen diese „Habitatäume“. Sie bleiben stehen und werden teils Jahrhunderte alt, sodass sie Lebensraum für viele Arten bieten.

Tipp für Hausbesitzer: Kellergewölbe, die nicht komplett verschlossen oder zugeschüttet werden, werden immer seltener. Solltet ihr solche Gewölbe haben, könnt ihr sie für Fledermäuse zugänglich lassen und ihnen so eine Ruhestätte für den Winter bieten.

Großer Abendsegler

Aussehen

  • 6,0-8,2 cm lang
  • 19 bis 40 g schwer (eine Scheibe Toast wiegt 30 g) (größte Fledermausart in der Heide)

➤ Das Fell dieser Art ist glänzend und braun. Auf dem breiten Kopf sitzen die runden Ohren. Die Flügel sind lang und schmal. Mit ihnen kann der große Abendsegler über den Baumkronen segeln.

Verbreitung

Der Große Abendsegler lebt innerhalb Europas vom südlichen Drittel Finnlands bis hin zur nördlichen Küste Afrikas. Er wandert innerhalb des Jahres zum Überwintern in südlichere Gebiete, zur Fortpflanzung in nördliche. In Thüringen wurde die Art erstmals 1793 beschrieben. Heutzutage findet man den Großen Abendsegler in den tieferen Lagen in der Nähe von Gewässern.

Lebensraum

Sommerquartier

Im Sommer findet man bei uns mehrheitlich die männlichen Tiere. Die Weibchen wandern vermutlich gen Norden, um dort die Jungen aufzuziehen. Den Sommer verbringt der große Abendsegler im Wald. Hier lebt er in großen Baumhöhlen, Jagdkanzeln oder Fledermauskästen. Laubbäume wie Eschen und Weiden, welche sich häufig in Gewässernähe befinden, werden bevorzugt.

Winterquartier

Im Gegensatz zu vielen anderen Fledermausarten überwintert der große Abendsegler nicht unterirdisch. Er ruht in der kalten Jahreszeit weiterhin in Baumhöhlen und Fledermauskästen. Auch Dachböden und von der Sonne erwärmte Felsspalten dienen als Winterquartier. Wer zuhause einen ungenutzten Dachboden hat, kann diesen für Fledermäuse zugänglich machen.

Großer Abendsegler © Pröhl/fokus-natur.de

Gefährdung & Schutz

Der Große Abendsegler wird auf dem Anhang IV der FFH-Richtlinie geführt. Somit gilt er europaweit als geschützt und deutschlandweit als streng geschützt (§ 44 BNatSchG). Dieser spezielle Artenschutz gilt über die Grenzen der FFH-Gebiete hinaus.

Hauptgefährdungsursache für den Großen Abendsegler ist der Verlust von Höhlenbäumen. Erst in Bäume, die alt und dick sind, können Spechte ihre Höhlen zimmern. Wenn Bäume im „jungen“ Alter von 80 Jahren gefällt werden, verschwinden Altholzbestände zunehmend. In der Waldweide weisen wir ein Netzwerk von Höhlenbäumen aus. Die Förster nennen diese „Habitatäume“. Sie bleiben stehen und werden teils Jahrhunderte alt, sodass sie Lebensraum für viele Arten bieten.

Und Was Haben die Taurusrinder damit zu tun?

Jagdgründe im Offenland

Da der Große Abendsegler, der Neuntöter und auch der Sperlingskauz gerne in offenen Teilbereichen jagen, bietet die Waldweide ideale Habitatbedingungen. Durch die Beweidung der Uhlstädter Heide befinden sich offene Teilbereich direkt in der Nähe vom Altholz und somit von Baumhöhlen und Spaltenquartieren. Hier wachsten krautige Pflanzen, die Nachtfalter, eine Leibspeise des Abendseglers, anlocken. Auch Tagfalter und Schwebfliegen profitieren von den vielen Blühpflanzen. Des weiteren halten die Rinder stehende Gewässer frei, indem sie die Ufervegetation in Zaum halten. Die Dunghaufen der Rinder sind Nahrungsgrundlage für viele Käfer, von denen auch die Fledermaus- und Vogelarten profitieren. Die Insekten sind zudem Beute von Kleinvögeln, die wiederum Nahrungsgrundlage von Sperlingskauz und Raufußkauz sind.

Waldinnengestaltung

Durch die Rinder wird das Waldesinnere vertikal strukturiert. Das bedeutet, dass es neben hohen Bäumen auch kleinere Bäume und Sträucher gibt, die durch Lücken unterbrochen werden. In diesen Lücken hat man Blick auf den Waldboden, der mit Kräutern und Moosen bewachsen ist. Diese vielen verschiedenen Etagen bieten der Bechsteinfledermaus eine abwechslungsreiche Jagdkulisse. Am liebsten speist sie Schmetterlinge, die von den neuen Kräutern profitieren. Die Dunghaufen der Rinder sind Nahrung für große Mistkäfer, die gemeinsam mit Laufkäfern am Waldboden leben. Weil die Rinder auch den Unterwuchs in Zaum halten, können Bechsteinfledermäuse gut Jagd auf diese Käfer machen.

 

Waldrand- und Heckengestaltung

Eine Waldrandgestaltung durch die Rinder schafft ökologische Nischen für Sträucher, die nicht durch Rinder verbissen werden. Die Übergangsbereiche von Wald zu Lichtung bieten sowohl Deckung und Ansitzwarten, als auch freies Sichtfeld für spektakuläre Manöver in der Luft und am Boden. Hiervon profitieren Ansitzjäger wie der Sperlingskauz, aber auch der Neuntöter, der Hecken zur Brut und für seine Beutelager nutzt.

Neue Bodenvegetation

Durch den Nährstoffeintrag der ehem. Maxhütte verbreitete sich Reitgras, dieses Gras verdämmt den Boden, sodass die Brut der bodenbrütenden Vögel im nassen Gras eingeht. Durch die Beweidung wird das Gras abgefressen und die heidetypische Vegetation mit Heidelbeere, Preiselbeere und Besenheide erobern sich ihren Lebensraum zurück. Diese Pflanzen dienen u. a. der Heidelerche als sichere und gemütliche Deckung für die Brut.

Durch eine vielfältige Vegetation am Waldboden fühlen sich Mäuse wohl, die einen großen Teil der Beute von Käuzen ausmachen. Auch Verstecke für die Vorräte lassen sich einem so strukturreichen Wald gut finden.

Das vom Freistaat Thüringen geförderte Projekt wurde durch Mittel der Europäischen Union im Rahmen des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) kofinanziert.

Die NATURA 2000-Station "Obere Saale"

Wir kümmern uns nicht nur um die Waldweide in der Uhlstädter Heide, sondern auch um vielfältige Natur- und Kulturlandschaften im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt und dem Saale-Orla-Kreis. Die Landschaften um die wir uns kümmern reichen von den Kammlagen des Thüringer Waldes, über das Plothener Teichgebiet bis zu den Auen der Saale und Schwarza. Hier finden sich Streuobstwiesen und Kalkmagerrasen, Schieferhalden und Felsen aber auch für Fledermäuse zugängliche Dachböden und offene Keller sowie Kirchen.

Mehr über die Projekte der Natura 2000-Station „Obere Saale“…

Wir betreuen

32

Natura 2000-Gebiete

18

FFH-Gebiete

6

FFH-Objekte

8

Vogelschutzgebiete